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Vier Kandidaten für den Landkreis Meißen

Redakteur: Ulf Mallek Fotograf: Jürgen Lösel

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Vier Kandidaten für den Landkreis Meißen

In der vergangenen Woche bekamen wir – die vier CDU-Landtagsabgeordneten des Landkreis Meißen – Besuch von Journalisten der Sächsischen Zeitung. Heraus kam ein gut zu lesender Artikel mit der Beantwortung der Frage, warum der Landkreis Meißen jetzt und auch in Zukunft gut mit uns vertreten ist.

Hier gehts zum Artikel:

Redakteur Ulf Mallek, Fotograf Jürgen Lösel

Die vier Konservativen

Die CDU im Landkreis Meißen muss um ihre Landtags-Direktmandate bangen. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.

Spannender war es noch nie. Der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen am 1.September ist völlig offen. Zwar liegt nach der neusten Wahlumfrage die CDU mit etwa 28 Prozent wieder deutlicher vor der AfD mit 22 Prozent, doch verlassen möchte sich auf diesen Ausgang niemand bei den Christdemokraten. Auch nicht bei den Spitzenkandidaten im Landkreis Meißen. Sie rechnen alle vier mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen und müssen um ihre Direktmandate bangen. Die SZ sprach mit ihnen im sächsischen Landtag.

Matthias Rößler (64)

Wahlkreis 40: Meißen 4, Radebeul, Coswig, Moritzburg

Der Landtagspräsident geht wieder als Favorit ins Rennen. Trotz der prominenten Konkurrenz, denn Wirtschaftsminister und Sachsens SPD-Chef Martin Dulig tritt ebenfalls in diesem Wahlkreis an. Ihn hat Rößler bislang immer schlagen können, beim letzten Mal mit 35 zu 21 Prozent der Erststimmen. Wie stark der neue AfD-Kandidat ist, weiß niemand so genau. Sicherheitshalber sagt Rößler deshalb: „Es wird ein schwerer Wahlkampf mit einem knappen Ergebnis.“

Der in Dresden geborene Rößler setzt auf seine Kernthemen: Heimat, Identität, starker Staat und starke Wirtschaft. „Wir brauchen mehr Polizei auf der Straße und eine Justiz, die hart durchgreift. Wir brauchen vor jeder Klasse und in jeder Stunde gute Lehrer.“ Auf die Schulen in seinem Wahlkreis ist der ehemalige Kultusminister besonders stolz. „Sie sind alle durchsaniert“, sagte er.

Rößler sitzt seit 1990 im Landtag und möchte das auch weiterhin. Er versteht sich als Konservativer in der CDU. „Eigentlich sind wir alle vier Konservative. Und das ist auch gut so.“ Rößler hat auf einen Platz auf der sächsischen CDU-Liste verzichtet.

Daniela Kuge (43)

Wahlkreis 39: Meißen 3 Meißen, Nossen, Niederau, Weinböhla

Vor Frank Richter, dem prominenten SPD-Kandidaten ohne Parteibuch, hat sie keine Angst. „Er war zur OB-Wahl in Meißen recht stark“, sagt sie. „Das hat aber allein städtische Meißner Gründe. Auf dem Land sieht das wieder ganz anders aus.“ Auch vor der AfD fürchtet sich Kuge nicht. Sie möchte ihren bürger- und wählernahen Kurs gern fortsetzen: Transparentes Arbeiten, jeden, der eine Frage hat, zu einem Gespräch bei einer Tasse Kaffee einladen.

„Der Bürger ist mein Arbeitgeber“, sagt Kuge, eine gelernte Pharmazeutin. Ihr geht es vor allem um Familien und Frauen, aber auch um den Erhalt der ländlichen Strukturen. Nicht nur die Kirche, auch die Schule sollte im Dorf bleiben. Sie freut sich darüber, dass die Oberschule Klipphausen jetzt gebaut wird.

Kuge, geboren in Meißen, ist seit 2014 im Landtag, gewann damals ihr Direktmandat mit rund 40 Prozent vor den Linken mit 18 Prozent. Sie steht heute auf Platz 12 der CDU-Liste.

Sebastian Fischer (37)

Wahlkreis 37: Meißen 2, Großenhain, Radeburg, Gröditz

Der Meißner AfD-Stadtrat Mario Beger ist sein schwerster Gegner. Das weiß Sebastian Fischer. Er weiß aber auch um seine Stärken oder besser: um die Stärken seines Wahlkreises. Der glänzt nämlich. In Großenhain beispielsweise ist alles saniert, die Kesselwurst schmeckt und wohnen kann man hier gut und preiswert. Deshalb ist Fischer auch gegen den sozialen Wohnungsbau in den Großstädten wie Dresden. „Die Leute sollen zu uns aufs Land kommen, hier ist die Welt in Ordnung“, sagt er. Und die Mieten sind bezahlbar. Ein Problem: Große Wohnungen von über 120 Quadratmetern gibt es auf dem Land kaum. Eine Lücke im Angebot. Weitere Themen für ihn sind der Wein und der Verbraucherschutz. Fischer tritt für Wachstum statt Sozialismus ein, ist für eine starke Landwirtschaft und ehrliche Politik. Ein Volksvertreter zum Anfassen möchte er sein.

Sebastian Fischer, der aus dem Vogtland stammt, ist gelernter Küchenmeister und seit 2009 Landtagsmitglied. Die letzte Wahl gewann er mit 41 Prozent deutlich vor den Linken. Jetzt steht er auf Listenplatz 22.

Geert Mackenroth (69)

Wahlkreis 37: Meißen 1, Riesa, Strehla, Lommatzsch

In die schwerste Schlacht muss Geert Mackenroth ziehen. Sein Hauptgegner heißt Carsten Hütter, Mitglied im Landesvorstand der AfD. Er hatte bereits zur Bundestagswahl dem Bundesminister Thomas de Maizière große Mühe bereitet, sich als Direktkandidat doch noch durchzusetzen.

Mackenroth ist aber ein Routinier und ein erfahrener Landespolitiker, der sich nicht so leicht geschlagen gibt. Er war schon mal Justizminister. Aktuell ist er sächsischer Ausländerbeauftragter, Chef des Weißen Ringes und sitzt im DRK-Vorstand. Der Ministerpräsident hatte ihn sogar zum CDU-Fraktionschef im Landtag vorgeschlagen. Eine große Ehre, auch wenn dann ein anderer gewählt wurde. In Riesa hat Mackenroth ein politisches Talk-Format eingerichtet, er setzt sich für Ordnung und Sauberkeit ein und streite schon mal mit dem Oberbürgermeister. Sein Credo: Den Wahlkreis voranbringen, auch durch viele Förderprogramme.

Der gebürtige Kieler Mackenroth ist seit 2009 Landtagsmitglied und steht auf Listenplatz 17. Die Wahl 2014 gewann er mit 39 Prozent vor den Linken.