Sz Interview Geert

„Sicherheit bleibt für mich zentrales Thema“

„Sicherheit bleibt für mich zentrales Thema“

Geert Mackenroth (CDU) hatte sein Direktmandat verloren. In der SZ erklärt er nun, was ihn derzeit beschäftigt.

Von Christoph Scharf

Riesa. Bis in die Nacht hinein war es am Wahlabend spannend:
Im Riesaer Ratskeller hatte der langjährige Wahlkreis-Abgeordnete Geert
Mackenroth (CDU) am 1. September die Auszählung der Landtagswahl
verfolgt – und am späten Abend seinem Nachfolger Carsten Hütter (AfD)
viel Erfolg gewünscht. Erst am nächsten Morgen bekam Mackenroth nach
einem Blick auf sein Handy mit, dass er doch noch über die Liste in den
Landtag eingezogen war. Zwei Monate später sprach die SZ mit dem
69-Jährigen, der in Radebeul lebt.

Herr Mackenroth, am Wahlabend
sah es so aus, als würden Sie den Ruhestand antreten können. Dann sind
Sie doch noch über die Liste in den Landtag eingezogen und haben nun
sogar zusätzlich zu Riesa den Raum Großenhain zur Betreuung bekommen. Haben Sie sich dort schon umgeschaut?

Über meinen erneuten Einzug in den Landtag freue ich mich natürlich.
Ich bin als Landespolitiker weiterhin auch für Themen außerhalb des
Landkreises Meißen zuständig und jetzt über Wochen täglich bis zu zwölf
Stunden in die Koalitionsverhandlungen eingebunden. Hier liegt der Fokus
darauf, schnell eine solide Basis für die kommenden Jahre zu schaffen,
um zügig in das Tagesgeschäft überzugehen und Sachsen weiter
voranzubringen.

Anschließend werde ich mich
intensiv mit dem neu zu betreuenden Raum Großenhain auseinandersetzen.
Ich kenne ja den früheren Wahlkreis des Kollegen Fischer so gut wie den
gesamten Kreis Meißen, in dem ich seit fast 20 Jahren glücklich und
zufrieden zu Hause bin. Von daher werde ich meine Kontakte in den
Wahlkreisraum Großenhain wieder intensivieren.


Was für Themen hat Ihnen Parteifreund Sebastian Fischer ans Herz gelegt?

Mit dem Kollegen Fischer habe ich die anstehenden Herausforderungen
besprochen. Wir kümmern uns unter anderem um die Arbeitsplätze und die
Wirtschaft: Es gibt bei uns energieintensive Betriebe, die mit Sorgen
auf die Energiewende und die mögliche Erhöhung von Strompreisen blicken –
das wird einer meiner Punkte sein.

Daneben etwa Straßenbau, Schulen,

Einwerbung von Fördermitteln und die alltäglichen Sorgen der
Bürgerinnen und Bürger. Die Arbeit in meinem erweiterten
Zuständigkeitsbereich ist räumlich wie inhaltlich weit gezogen, ein
zentrales Thema wird die Stärkung des ländlichen Raums sein.

Arbeiten Sie mit Sebastian Fischer derzeit politisch zusammen oder hat er sich schon von der Politik getrennt?

Der Kollege Fischer ist weiter aktiv und wird sich sicher demnächst auch wieder zu Wort melden. Wir wählen in einigen Wochen unseren Kreisvorstand neu. Auf dem Kreisparteitag werden wir die Wahlen analysieren und dann auch ein neues Personaltableau vorstellen. Ich gehe davon aus, dass der Kollege Fischer seinen Hut für das ein oder andere Amt in den Ring werfen wird.

Wie machen Sie mit den Riesaer Themen weiter? Erst hieß es, sie wollten die lokalen Themen an Herrn Hütter von der AfD abtreten. Der CDU-Kreisvorstand sah das offenbar nicht so gern …

Meine Liste an ungelösten Herausforderungen für den Wahlkreis ist fertig, nun liegt der Austausch am Kollegen Hütter. Ich werde weiter in Riesa und Umgebung die Menschen und die Betriebe betreuen und sie bei Anliegen mit meiner landespolitischen Erfahrung und Vernetzung unterstützen.

Allerdings ist es nicht meine Aufgabe, dem direkt gewählten Landtagsabgeordneten in seine Arbeit hineinzureden: Kollege Hütter wird sich eigenverantwortlich um die Wahlkreisarbeit kümmern müssen. Das schließt auch die Arbeit im Kriminalpräventiven Rat ein, der derzeit ohnehin ein Schattendasein führt. Hier liegt es nun an der Stadt und dem direkt gewählten Landtagsabgeordneten, die Prävention voranzubringen.

Sicherheit bleibt für mich ein zentrales Thema. Allerdings scheint, dies bei Kollege Hütter nicht oben auf der Agenda zu stehen: Kurz vor der Wahl veranstaltet er ein Spektakel und vertreibt mit Taschenlampen das angebliche „kriminelle Gesindel“ vom Puschkinplatz – und nach der Wahl ist die Kriminalität in Riesa auf einmal kein Thema mehr. So kann es nicht gehen, ein direkt gewählter Abgeordneter muss sich im Alltag in seinem Wahlkreis bei der Kärrnerarbeit beweisen.

Haben Sie schon einen Nachmieter für Ihr bisheriges Parteibüro an der Hauptstraße?

Das Büro an der Hauptstraße war wirklich ein schönes Büro mit guter Lage, nah am Rathaus und als Durchgang zur Innenstadt sehr gut erreichbar. Auch die Historie mit der alten Fleischerei war vielen Bürgern bekannt.

Allerdings hat es sich für meine Belange nicht immer als praktisch erwiesen. Daher auch der Entschluss, mich von dem Mietverhältnis zu trennen. Um einen neuen Mieter kümmert sich die Hausverwaltung in Absprache mit dem Eigentümer, damit habe ich nichts zu tun.

Hatten Sie schon Ihre ersten Sprechstunden im CDU-Büro an der Goethestraße? Wann findet man Sie dort?

Die Bürgerinnen und Bürger können ab sofort meine neuen Büros in Riesa und in Großenhain kontaktieren. Nach den zeitintensiven Koalitionsverhandlungen biete ich wieder regelmäßig Bürgersprechstunden an.

Zum ersten Termin lade ich am 27. November ab 16 Uhr in das Großenhainer Büro ein. Wichtig ist hierbei eine vorherige Anmeldung bei meinen Mitarbeitern. Ich freue mich auf die weiteren Begegnungen mit den Bürgern. Termine in der Goethestraße vergeben meine Mitarbeiter ab sofort nach Absprache.

Da Sie ja nun doch wieder mit Riesa zu tun haben: Wird es eine Fortführung Ihrer Talkrunde im Olympia geben? Oder haben Sie damit abgeschlossen?

Wann und wo der Olympiatalk fortgeführt wird, weiß ich noch nicht genau. Ich habe ja allerhand hochkarätige Gäste schon gehabt, und ich muss natürlich auch beachten, dass der terminliche Vorlauf der Promis immer ziemlich groß ist.

Außerdem habe ich noch keine richtige Idee, wie ich mich jetzt nach den tollen Gästen, die ich schon auf dem roten Sofa hatte, noch steigern soll. Wer eine Idee hat für einen Besuch, wer einen bestimmten Promi mal in Riesa sehen möchte, der kann sich gerne bei mir melden, ich bin auch dabei dankbar für Tipps, Mitarbeit und Hilfestellung.


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