Arzt Cdu Tobias Koch

Medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichern – Quote für Landärzte und Erhöhung der Medizinstudienplätze

Arzt Cdu Tobias Koch

Medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichern – Quote für Landärzte und Erhöhung der Medizinstudienplätze

Am 25. Juni 2019 stellte die Gesundheitsministerin, Barbara Klepsch, das vom Sächsischen Kabinett beschlossene 20-Punkte-Programm vor, um die medizinische Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen zu stärken. Dafür will Sachsen unter anderem 100 Medizinstudienplätze zusätzlich schaffen und eine Landarztquote einführen für Medizinstudenten, die sich für eine Tätigkeit außerhalb der großen Städte entscheiden. Darüber hinaus will der Freistaat mehr Akademische Lehrpraxen im ländlichen Raum etablieren, Mindestaufwandentschädigungen für Studierende im Praktischen Jahr einführen, Modellvorhaben an der TU Dresden und der Universität Leipzig durchführen und die Weiterbildung für den ärztlichen Nachwuchs absichern. Für das 20-Punkte-Programm sind wesentliche Kostenpositionen bereits im Doppelhaushalt eingeplant und können unmittelbar umgesetzt werden.

An ausgewählten Orten sollen Lokale Gesundheitszentren entstehen, um für die Patienten an einer Stelle wichtige medizinische Leistungen anbieten zu können. In den Modellregionen Weißwasser und Marienberg werden mobile Arztpraxen erprobt. Gleichzeitig wird die Digitalisierung vorangetrieben, um bei den Patienten weite Wege und bei den Ärzten Zeit zu sparen. Satellitenpraxen und Patientenbusse sollen verstärkt zum Einsatz kommen. Ärzte sollen künftig entlastet werden, indem stärker als bisher nichtärztliche Praxisassistenten bzw. Versorgungsassistenten in der Hausarztpraxis zum Einsatz kommen. Im Ergebnis soll der Arzt mehr Zeit für seine Patienten haben.

Den Bedarf an Fachärzten in der Allgemeinmedizin und in bestimmten ausgewählten Fachgebieten in Sachsen nachhaltig zu decken, ist eine Herausforderung der nächsten Jahre – auch für die Region Riesa. Zum Stand 01.01.2019 gibt es in Sachsen 255 offene Hausarztstellen. Neben der hausärztlichen Versorgung hat der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen u.a. in den Fachgebieten Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Augenheilkunde, Kinder- und Jugendmedizin, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie drohende Unterversorgung und einen ärztlichen Nachwuchsbedarf festgestellt.

Das Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte liegt bei 54 Jahren, 28 Prozent der Hausärzte sind 60 Jahre und älter. Der Bedarf an Ärzten erhöht sich nicht nur aufgrund des demografischen Wandels der Bevölkerung, sondern auch aufgrund der Zunahme von beruflichen Ausfallzeiten (z. B. durch erhöhte Inanspruchnahme von Elternzeiten) und der Tatsache, dass die Anzahl der Ärzte, die in Teilzeit bzw. Anstellung tätig sind, gestiegen ist.