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Rettung für den Elbetierpark Hebelei

SZ-Artikel vom 23.11.2018

Am Dienstagabend wurde in Riesa ein Förderverein gegründet. Er hat prominente Unterstützer Von Jürgen Müller

Diera-Zehren/Riesa. Es ist vollbracht: Am Dienstagabend wurde im Büro des Landtagsabgeordneten Geert Mackenroth an der Hauptstraße in Riesa der Förderverein „Freunde des Tierparkes Hebelei“ gegründet. Zur Gründungsversammlung waren neun Gründungsmitglieder anwesend. Zur Vorsitzenden wurde Kathrin Gerstmann, gewählt. Stellvertreter ist der Bauunternehmer und jetzige Rentner Diethard Heilig. Der Vorstand wurde für drei Jahre gewählt. Sitz des Vereines ist Riesa.

Hauptzweck des Vereins ist es, Mittel für den Tierpark zu beschaffen, um die Attraktivität der Anlagen zu erhöhen, aber auch weitere Sponsoren zu gewinnen.

Der Tierpark, den einst die Gemeinde Diera-Zehren bewirtschaftete, wird seit rund zehn Jahren privat von Sven Näther betrieben. Anfangs zahlte die Gemeinde einen jährlichen Zuschuss von 5 000 Euro. Inzwischen muss sich der Tierpark selbst tragen durch Eintrittsgelder und Sponsoren.

Vorsitzende kommt aus Nossen

Damit der Tierpark langfristig sicher ist, möchte der Betreiber die Fläche, die er gepachtet hat, kaufen. Zwar flossen viele Spendengelder, sie reichen aber nicht aus. „Der Tierpark darf nicht untergehen. Im Gegensatz zu Meißen suchen wir aber die Hilfe der Bürgerschaft, um ihn zu unterstützen und zu erhalten“, so Geert Mackenroth zur Gründungversammlung, bei der übrigens außer Bürgermeisterin Carola Balk (parteilos) als Gast niemand weiteres aus der Gemeinde anwesend war. Die Vorsitzende kommt aus Nossen. „Wir sind mit der Familie seit vielen Jahren Stammgäste im Elbetierpark, in Nossen und Umgebung gibt es ja so etwas nicht“, sagt die 44-Jährige, die im pharmazeutischen Außendienst tätig ist. Bei einem Besuch sah sie, dass auf dem Spielplatz eine Rutsche gesperrt ist, weil sie kaputt war und der Tierpark kein Geld für eine Reparatur hatte. Gemeinsam mit ihrem Mann Torsten, der ebenfalls Vereinsmitglied ist, und weiteren Helfern wurde das Spielgerät repariert. „Was Herr Näther als Tierparkbetreiber leistet, ist aller Ehren wert. Er ist sieben Tage die Woche im Einsatz für seine Tiere und die Anlage“, sagt sie. Im Tierpark gäbe es viele Baustellen, die nun mithilfe des Vereines nach und nach angegangen werden sollen.

Damit der Verein, der kommende Woche ins Vereinsregister eingetragen werden soll, arbeiten kann, sollen möglichst viele Mitglieder gewonnen werden. Ab sofort kann auf der Homepage des Elbetierparks Hebelei eine Mitgliedschaft beantragt werden. Später will der Verein einen eigenen Internetauftritt schalten. Der Mitgliedsbeitrag wurde pro Jahr auf 60 Euro festgelegt, Ermäßigte zahlen die Hälfte.

Auch SPD-Frau will helfen

Unterstützer und potenzielle Vereinsmitglieder gibt es schon jetzt. Noch vor der Vereinsgründung erklärte die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Meißen Susann Rüthrich, dem Verein beitreten zu wollen. „Das Naturerlebniszentrum Elbetierpark Hebelei ist eine ganz tolle Einrichtung. Es ist beeindruckend, mit wie viel Liebe und Hingabe sich Sven Näther und sein Team für die Erhaltung einheimischer Tier- und Pflanzenarten engagieren. Wir wollen und werden unseren Beitrag leisten, damit die Hebelei über das Jahr 2022 hinaus fortbestehen kann. Deshalb bin ich gern bereit, als Mitglied im Förderverein mitzuarbeiten“, so Rüthrich.

Sowohl die Abgeordnete als auch der Ortsverein haben das Team des Naturerlebniszentrums Elbetierpark Hebelei in den vergangenen Monaten und Jahren mit verschiedenen konkreten Aktivitäten sowohl ideell als auch materiell unterstützt. Susann Rüthrich übernahm im November 2016 die Tierpatenschaft über den Storch Thora. Sie finanzierte gemeinsam mit dem SPD- Ortsverein Meißen und Umgebung in diesem Jahr den Arbeitseinsatz „Genial sozial“ von sechs Jugendlichen des Landesgymnasiums Sankt Afra im Elbetierpark. Der SPD-Ortsverein erwarb Familien-Eintrittskarten für wirtschaftlich schwächere Familien, legte selbst mit einem Arbeitseinsatz im Frühjahr vorigen Jahres Hand an, und half mit einer eigenen Veranstaltung in der Hebelei, Besucherinnen und Besucher zu generieren.

Geert Mackenroth freut sich über die Unterstützung der SPD-Frau für den von ihm initiierten Verein. Auch Mackenroth hat eine Tierpatenschaft übernommen. Eine Eselin wurde in Anlehnung an seinem Vornamen „Geerti“ genannt. Danach soll es übrigens zu Verstimmungen mit der damaligen Riesaer Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer (ebenfalls CDU) gekommen sein.

Auch in Meißen gab es einen Förderverein für den Tierpark Siebeneichen. Nach Querelen um Betreiber Heiko Drechsler löste er sich auf. So hatte Drechsler unter anderem Plakate der AfD am Eingang aufgehängt.