Karte Freistaat Sachsen Weiss Jpg

Meine Einschätzung zum Sachsen-Monitor 2018

Befragung der Bevölkerung des Freistaates Sachsen im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei. Auch für mich sind diese Ergebnisse immer wieder spannend: Sie sind teils vorhersehbar, teils jedoch auch sehr überraschend. Und sie bilden auch für unsere politische Arbeit ein wichtiges Stimmungszeichen aus der Bevölkerung. Einige Ergebnisse möchte ich Ihnen hiermit zusammenfassen.

Bewertung der eigenen persönlichen Situation und Lebensumstände

Einige positive Bewertungen vorneweg: 81 Prozent der Befragten bewerten ihre persönliche wirtschaftliche Situation sehr bzw. eher gut und 75 Prozent sehen ihre persönliche Zukunft eher optimistisch. Schaut man sich die Zufriedenheit mit den persönlichen Lebensumständen an, so fällt auf, dass die Befragten insbesondere mit ihrer Wohnsituation (91 Prozent), ihrer Beschäftigungssituation (83 Prozent) und dem Ausmaß an Freizeit (81 Prozent) zufrieden sind. Gut bewertet werden ebenfalls die ärztliche Versorgung, die Sauberkeit in der Umgebung sowie die öffentliche Sicherheit – jeweils etwas drei Viertel der Befragten bewerten diese Aspekte positiv.

Weniger gut schneidet die Bewertung der eigenen finanziellen Situation, der sozialen Absicherung sowie der Höhe der Lebenshaltungskosten ab. Wenn die Befragten in ihre Zukunft schauen, so machen sie sich vor allem Sorgen um die steigenden Gegensätze zwischen Arm und Reich (83 Prozent) und den Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts (78 Prozent).

Zufriedenheit mit der Demokratie und Vertrauen in (politische) Institutionen

Immerhin neun von zehn Befragten sagen, dass die Demokratie allgemein eine gute Regierungsform ist. Besonders hervorgehoben werden dabei die freien und fairen Wahlen, eine freie Opposition und unabhängige Gerichte. Bedenklich ist jedoch, dass lediglich vier von zehn Sachsen angeben, dass sie mit der Art und Weise, wie die Demokratie in Deutschland in der Praxis funktioniert, eher oder sehr unzufrieden sind. Die Befragten sehen dabei z.B. Defizite bei der Umsetzung des Abbaus sozialer Ungleichheiten.

Viele Defizite zeigen sich auch beim Vertrauen in die Institutionen: So vertraut z. B. lediglich etwa die Hälfte der Befragten der Landesregierung, jeder dritte Befragte der Bundesregierung und etwa jeder Zehnte den Parteien im Allgemeinen. Hier zeigt sich, dass die Bürgerinnen und Bürger mehr Vertrauen in Institutionen haben, die „näher“ an ihrem Leben dran sind. So nimmt das Vertrauen auf den verschiedenen Ebenen ab: Gemeinderat (55 Prozent), Landtag (44 Prozent), Bundestag (35 Prozent), EU-Parlament (20 Prozent). Nur eine Minderheit der Befragten stimmt den Aussagen zu, dass sich die meisten Politiker darum kümmern, was einfache Leute denken (16 Prozent) und dass sie sich um einen engen Kontakt zur Bevölkerung bemühen (25 Prozent).

Ressentiments gegenüber gesellschaftlichen Gruppen

Hier gibt etwa jeder zweite Befragte an, dass Deutschland durch die vielen Ausländer in einem hohen Maß überfremdet ist und dass sie sich durch die vielen Muslime in Deutschland manchmal wie ein Fremder im eigenen Land fühlt. Immerhin 16 Prozent stimmen außerdem zu, dass die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen sind.

Mein Fazit

Für mich bleibt als Fazit: Die Sorgen und Zukunftsängste der Bürgerinnen und Bürger sind ernst zu nehmen. Alle sind eingeladen, mit mir – z. B. im Rahmen meiner Bürgersprechstunde – ins Gespräch zu kommen. Ausdrücklich möchte ich mich für ein tolerantes und respektvolles Miteinander einsetzen; allen gesellschaftlichen Gruppen gegenüber. Auch möchte ich betonen, wie froh wir sein können, in einer gut funktionierenden Demokratie leben zu können. Das heißt jedoch nicht, dass wir diese für selbstverständlich nehmen dürfen. Wir müssen sie leben, daran arbeiten und immer wieder erklären. Denn die Ergebnisse des Sachsen-Monitors zeigen auch, dass Politik eben manchmal losgelöst von der Bevölkerung geschieht.